Geschichte

 

                       

Im römischen Carnuntum, dem heutigen Petronell, gibt es bereits 150 nach Christus eine Feuerwehr. Mit dem Untergang des römischen Reiches gerät sie in Vergessenheit.

Erst im Mittelalter begegnen wir wiederum Bestrebungen eines organisierten Brandschutzes. Innerhalb der Wehranlagen stehen Gebäude eng aneinander, die Baustoffe bieten Flammen reichlich Nahrung. Bricht Feuer aus, brennen ganze Siedlungen nieder.

1870 erlässt der niederösterreichische Landtag eine Feuerpolizeiordnung. Schon 1861 wird in Krems die erste Feuerwehr Niederösterreichs gegründet.

Am 21. April 1872 ist es auch in Brunn am Gebirge soweit: Es sind Männer der Turnvereine, die sich zur Freiwilligen Turnerfeuerwehr zusammenschließen. Insgesamt 31 Mann zählt die neugegründete Feuerwehr. In der Marktgemeinde Brunn leben damals 2500 Einwohner. Von der Bevölkerung wird die Gründung der Frewilligen Feuerwehr daher begeistert aufgenommen.

Noch im Gründungsjahr der Feuerwehr wird eine neue Landfahrspritze der Wiener Firma Knaust beschafft. Die Kosten sind hoch: 900 Gulden. Ein Hilfsarbeiter verdient gerade einmal vier Gulden pro Woche.

Nach dem Brandschutz wird das Rettungswesen organisiert. 1886 gründet die Feuerwehr Brunn einen Sanitätsdienst. Ein Rettungswagen wird jedoch erst viele Jahre später, 1909, beschafft. Zur gleichen Zeit, als die ersten Hydranten den Löschwasserbedarf sichern.

Das untergehende Kaiserreich ruft die wehrfähigen Männer zu den Waffen. Wer vom Frontdienst im Ersten Weltkrieg verschont bleibt, kämpft daheim ums Überleben. Es sind Jahre des Hungers und der bitteren Not.

 

 

 

1924 glaubt man das Ärgste überstanden zu haben, wenn auch die Inflation galoppiert. Zum Preis von 210 Millionen Kronen wird die erste Auto-Motorspritze angeschafft. 990 Gulden hat diese 1872 gekostet, nun bringt sie 17 Millionen Kronen ein.

Prägten bisweilen Brandbekämpfungen das Bild der Feuerwehr Brunn, so kommen 1925 neue Bereiche hinzu: Hilfeleistungen bei zwei Hochwasserkatastrophen und bei einem Straßenbahnunglück in Brunn sind erste Vorboten eines erweiterten Aufgabenspektrums.

  Ein Schaumlöschgerät steigert 1934 die Leistungsfähigkeit der Brunner Feuerwehr bedeutend. Für ein Fahrzeug zum Transport fehlt jedoch das Geld. Der Schriftführer vermerkt im Protokoll: "... Gut Ding braucht Zeit, die Alten sagen, genauso auch der Autowaqen!". 1935 ist das Geld für das zweite "Automobile Gerät" endlich vorhanden.

Der zweite Weltkrieg wirft seine düsteren Schatten voraus. 1938 ändern sich bei der Feuerwehr nur die Uniformen - der Geist bleibt derselbe. Aus Österreich ist die gleichgeschaltete Ostmark geworden und aus den Gemeinden des Bezirkes Mödling der 24. Wiener Gemeindebezirk.

Von 47 Mann der Feuerwehr Brunn sind 1943 20 zum Militärdienst eingezogen. Die ersten Bomben fallen. Ein Großteil der Häuser von Brunn wird zerstört oder schwer beschädigt.

Nach dem 2. Weltkrieg ordnet der provisorische Ortsvorsteher Josef Strebl die Neuformierung der Feuerwehr an. Der Wiederaufbau beginnt. Auf einem Acker liegt das Wrack eines Fiat-Pumpenwagens. Notdürftig wird es instand gesetzt.

Die in den letzten Kriegstagen in den Westen gebrachte Fiat-Spritze bringt die Feuerwehr Wien in die Bundeshauptstadt. Von Speising holt man das nur teilweise fahrbereite Feuerwehrfahrzeug zurück nach Brunn. Zwei schwere Atemschutzgeräte, 400 Meter Schlauch sowie verschiedene Armaturen können noch 1945 beschafft werden. Die Feuerwehrremise steht ungehindert zur Verfügung. Über Auftrag der Ortsvorstehung nimmt die Freiwillige Feuerwehr den 1928 aufgelassenen Rettungsdienst wieder auf.

 

   

Der Fabrikant Prof. Heinz Bablik ermöglicht 1950 durch eine großzügige Spende den Ankauf des ersten Tanklöschfahrzeugs, ein Opel-Allrad. 63 Einsätze in diesem Jahr bedeuten neuen Rekord. Erstmals ist die Zahl der Technischen Hilfeleistungen höher als jene der Brände.

Ab 1951 konzentriert sich die Freiwillige Feuerwehr Brunn nur noch auf ihre eigentlichen Aufgaben. Nun übernimmt das Rote Kreuz die Rettungsabteilung.

Der 1945 als Wrack geborgene und adaptierte Fiat-Pumpenwagen wird 1954 verkauft und durch ein ehemaliges Wehrmachts-Löschfahrzeug Type Mercedes ersetzt. Es verfügt über eine neue Rosenbauer-Vorbaupumpe.

 

 

Akuter Platzmangel macht der Feuerwehr Brunn nun immer mehr zu schaffen. Der Neubau in der Hruzastraße ist 1962 das Geschenk der Gemeinde Brunn zum 90jährigen Gründungsjubiläum der Feuerwehr.

Der Fuhrpark umfasst nun schon vier Fahrzeuge - das Tanklöschfahrzeug, ein neues leichtes Löschfahrzeug Opel 11,9 Tonnen, ein Löschfahrzeug Mercedes und ein Rüstfahrzeug. 1979 erfolgt die Eröffnung der Außenringautobahn A 21. Damit ist die Freiwillige Feuerwehr Brunn nun auch Autobahnfeuerwehr. In Fahrtrichtung Westen zuständig bis Gießhübl, in der Gegenrichtung bis zu den Einmündungen der A 21 in die Südautobahn A2 sowie in die im Jahr 2006 eröffnete Aussenringschnellstraße S1. Diesen Autobahnknoten befahren heute mehr als 150.000 Fahrzeuge täglich.

 

 

Immer mehr Einsätze, mehr Fahrzeuge, mehr Mannschaft. Im 1962 errichteten Feuerwehrhaus in der Hruza-Straße ist es eng geworden. Mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde wird 1982 das Dachgeschoss ausgebaut.

Doch der steigenden Einsatzzahlen folgen auch immer mehr und mehr Fahrzeuge und Geräte, sodass ein Grundstück direkt neben der Polizei in der Alexander Großgasse seitens der Marktgemeinde Brunn am Gebirge erworben wurde. Auf diesem Areal sollen Feuerwehr und Rettung ihren neuen Standort bekommen

 Im Jahr 2003 erfolgte nach langen Planungstätigkeiten der Spatenstich für das neue "Sicherheitszentrum", welches im Jahr 2006 mit einem großen Festakt unter reger Teilnahme prominenter Gäste eröffnet wurde.

 

 

 

2006 stellte sich Franz Koternetz nach 25 Jahren an der Spitze der FF Brunn am Gebirge nicht mehr der Wiederwahl. Die Mitgliederversammlung ernannte Ihn zugleich zum Ehrenkommandanten der FF Brunn. Als Landesfeuerwehrrat blieb er noch weitere 5 Jahre tätig.

 

 

 

 

Im Jahr 2007 wurde, aufgrund des nun vorhandenen Platzes sowie der motivierten und gut ausgebildeten Mannschaft, Gerät für die Katastrophenhilfe vom Niederösterreichischen Landesfeuerwehrverband bei der Freiwilligen Feuerwehr Brunn am Gebirge stationiert.

Ein Unimog mit Ladekran, Seilwinde und Anbaugeräten für den Ladekran dient sowohl als Arbeitsgerät zur Beseitigung von Schäden nach Elementarereignissen, als auch als Zugfahrzeug für zwei ebenso in Brunn stationierte Anhänger.

Ein „SPA 900“ (SchmutzwasserPumpenAnhänger, 900m³/h Förderleistung) und ein „STROMA 150“ (Stromerzeugeranhänger, 150kVA Leistung) bringen ab nun die Feuerwehr Brunn am Gebirge weit über die Orts- bzw. auch Landes- und Staatsgrenzen hinaus, in den Katastrophenhilfsdiensteinsatz.

 

2013 Donauhochwasser – Niederösterreich- Bezirk Bruck ( Unimog, SPA 900) 2014 Hochwasser - Bosnien (SPA 900) 2014 Eiskatastrophe – Slowenien (Unimog, Stroma 150) 2013 Schiffsbergung – Bezirk Amstetten, gemeinsam mit den Melker Pionieren ( Unimog, SPA900).

 

 

2015 musste Fritz Gollob nach knapp zehnjährige Amtszeit die Funktion des Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Brunn am Gebirge altersbedingt abgeben. Sein Stellvertreter, DI Martin Sipser, übernahm die Führung der FF bis zur planmäßigen Wahl im Jänner 2016, wo Ihn die Mannschaft zum neuen Kommandant wählte.

Im Jahr 2017, konnte bei der 145. Mitgliederversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Brunn am Gebirge die erste Frau als Mitglied der FF angelobt werden.

 
 
 

 

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